Das Leitbild des BUND/FÖJ-KUR Rheinland-Pfalz

 

Unser Arbeitsbereich

Wir sind die in Deutschland verantwortliche Trägerorganisation für den „Deutsch-Französischen Ökologischen Jugendfreiwilligendienst (DFÖJ)“, einem deutsch-französi-schen umweltpolitischen Bildungsprogramm im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD).

Das unserem Verband angegliederte „FÖJ-Konsortium der Umweltverbände“ (FÖJ-KUR) ist eine Bildungseinrichtung, die von uns zusammen mit den rheinland-pfälzischen Umweltverbänden NABU und GNOR im Jahre 1996 eingerichtet wurde, um jungen Menschen einen Freiwilligendienst im ökologischen Bereich zu ermöglichen.

Während ihres Dienstes sollen sich die Freiwilligen zu umweltschutzrelevanten Themen engagieren, die unserer Organisation ein großes Anliegen sind. Durch ihre Tätigkeiten sollen sie unsere ehrenamtliche Arbeit ergänzen und ihr neue Impulse geben.

Über Partnerschaften mit französischen NGOs in Dijon und Montpellier sowie Gebietskörperschaften (Regionalpartnerschaft Rheinland-Pfalz/Burgund) bauen wir seit 2005 den DFÖJ als ein dem FÖJ Rheinland-Pfalz entsprechendes Freiwilligenprogramm zwischen Deutschland und Frankreich auf. Dem BUND kommt hier als Auslandsträger im Besonderen eine Verantwortung zu.

Seit 2006 entsenden wir junge deutsche Freiwillige nach Frankreich, zunächst im Programm „FÖJ im Ausland“, seit 2011 im Programm IJFD. Wir sind Partner französischer Trägerorganisationen, die über das französische Freiwilligendienstprogramm „Service civique“ junge französische Freiwillige nach Deutschland entsenden. Unsere Einsatzstellen befinden sich in ganz Frankreich und ganz Deutschland, mit Schwerpunkten in Burgund und Rheinland-Pfalz.

 

Grundsätze unserer Arbeit für das DFÖJ

Mit dem Programm DFÖJ ermöglichen wir jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich, an einem Internationalen Jugendfreiwilligendienst bzw. einem Service Civique mit ökologischem Schwerpunkt im jeweiligen Partnergebiet teilzunehmen.

Unser Programm ist auf Reziprozität ausgelegt: die deutschen Freiwilligen in Frankreich bilden zusammen mit den französischen Freiwilligen in Deutschland sogenannte „Freiwilligen-Tandems“.

Unsere deutsch-französischen Tandems sind gekennzeichnet durch einen konstruktiven Austausch der Freiwilligen und ihrer Einsatzstellen, im Rahmen von

  • gemeinsamen bilingualen Bildungswochen (Seminaren),
  • Begegnungen (Einsatzstellen-Besuchen und -Tauschen),
  • fachspezifischen grenzüberschreitenden Projekten.

Das DFÖJ soll für jede/n interessierten Jugendliche/n realisierbar sein. Daher verzichten wir auf Vermittlungsgebühren oder Förderkreise.

 

Warum wir das DFÖJ anbieten

Wir wollen

  • junge Deutsche mit dem Nachbarland Frankreich und junge Franzosen mit dem Nachbarland Deutschland vertraut machen.
  • sprachliche und kulturelle Barrieren abbauen, damit engagierte junge Menschen einen Freiwilligendienst im Nachbarland antreten.
  • dauerhafte deutsch-französische Kooperationen im Umweltbereich fördern.
  • jungen Menschen persönliche und berufliche Chancen und Perspektiven aufzeigen, die ihnen ein freiwilliges (Umwelt-)Engagement im Partnerland Frankreich bieten kann.

 

Welche konkreten Ziele wir mit dem DFÖJ erreichen wollen,
insbesondere für die Freiwilligen

Zu den Zielen unserer Arbeit im DFÖJ zählen:

  • der interkulturelle Austausch, der Abbau von Vorurteilen und Stereotypen, die gegenseitige Verständigung, kurz gesagt: praktische Friedensarbeit. Arbeiten im ökologischen Bereich ist unserer Meinung nach konkrete Friedensarbeit,
  • die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in internationaler, hier in deutsch-französischer Perspektive. Wir praktizieren die Umsetzung von BNE in die alltägliche Praxis mit dem Ziel, ein ökologisch und sozial verträgliches, zufriedenes Leben zu führen,
  • geschlechts- und länderübergreifende Gleichberechtigung und Demokratie - in unserer Organisation, in den Einsatzstellen und während unserer Bildungsveranstaltungen. Dies bedeutet: fortwährende Tandem-Arbeit - nach dem Prinzip „beiderseitiges Geben und Nehmen“,
  • die (Weiter-)Entwicklung und Vertiefung der Sprachkenntnisse unserer Freiwilligen - durch gemeinschaftliches Lernen, vor allem in Alltagssituationen,
  • Hilfestellung bei der Orientierung der Freiwilligen, sei es im persönlichen, ökologisch-fachlichen, ökologisch-sozialen oder berufsbezogenen Bereich.

 

Wie wir diese Ziele erreichen wollen

Wir sind regelmäßig für Interessierte, Bewerber/innen und Freiwillige in unserer Geschäftsstelle, über das Internet sowie während DFÖJ-Veranstaltungen erreichbar und geben individuelle, qualifizierte Auskünfte.

In unserem Auswahlverfahren können wir in der Regel auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse der Bewerber/innen und der Einsatzstellen Rücksicht nehmen.

Unsere Freiwilligen sind in den Einsatzstellen durch entsprechend fortgebildete und qualifizierte Mitarbeiter/innen fachlich und persönlich betreut.

Zusätzlich begleiten unsere pädagogischen Mitarbeiter/innen die Freiwilligen während ihres Dienstes in den Einsatzstellen, vor allem durch regelmäßige Kontaktaufnahme und in ständiger Absprache mit den pädagogischen Kolleg/innen der Partnerorganisationen in Frankreich.

Wir besuchen die Freiwilligen in den Einsatzstellen. Vor allem in kritischen Situationen versuchen wir vor Ort, ein besonders hohes Maß an Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit den Freiwilligen und Einsatzstellen wichtige Entscheidungen zeitnah zu treffen. Dadurch leisten 95% unserer Freiwilligen ihr DFÖJ wie geplant 12 Monate ab.

Unsere Freiwilligen besuchen vier binationale Bildungsveranstaltungen mit insgesamt 25 Seminartagen, mit einem zertifizierten deutsch-französischen vierköpfigen Pädagogenteam des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und einer fachlichen und pädagogischen Begleitperson unserer Organisation,

  • zu interkulturellen und ökologischen Themen im Rahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE),
  • unter eigener aktiver Beteilung (z.B. in Workshops und Exkursionen),
  • mit Modulen zur Kompetenzsteigerung (fachlich, sprachlich, interkulturell, berufsbezogen).

Für die Verantwortlichen in den Einsatzstellen bieten wir zusammen mit unseren Partnerorganisationen jährlich binationale Fortbildungen an, die wechselweise in Deutschland und Frankreich stattfinden und konsekutiv übersetzt werden.

Wir unterstützen unsere Freiwilligen aktiv dabei, eigene Projekte, Veranstaltungen und (einwöchige) Einsatzstellentauschprogramme mit den Partnerstellen durchzuführen.

Die Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung haben bei uns hohe Priorität, zum Beispiel bei der Auswahl unserer Seminar- und Tagungshäuser, bei der Reiseorganisation, auch der Freiwilligen (soweit möglich, Nutzung öffentlicher Verkehrmittel), bei der Verpflegung (lokale, regionale, saisonale und möglichst biologisch angebaute und fair gehandelte, überwiegend vegetarische bzw. vegane Lebensmittel) sowie in unserem Büroalltag.

 

Welche Kooperationen wir nutzen

Wir kooperieren derzeit mit zwei Partnerorganisationen, die französische Freiwillige über uns in deutsche Einsatzstellen entsenden:

  • Association VEFA (Volontariat Ecologique Franco-allemand), Dijon
  • Association CIFÉE (Collectivité - Interculturalité - Formation - Échange - Engagement), Montpellier

Unsere Tandem-Seminare finden mit finanzieller Unterstützung des BMFSFJ und insbesondere des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) statt, welches 2007 das Programm „Deutsch-Französischer Freiwilligendienst“ ins Leben gerufen hat und es seitdem inhaltlich und finanziell begleitet.

Um über aktuelle Entwicklungen in den nationalen und internationalen Jugendfreiwilligendiensten informiert zu sein und diese an unsere Partner weiterzugeben, haben wir uns der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) als Zentralen Stelle des IJFD angeschlossen und sind Mitglied im Bundesarbeitskreis (BAK) FÖJ sowie im „Gesprächskreis Internationale Freiwilligendienste (GIF)“.

 

Unsere Anerkennungskultur

Unsere Freiwilligen erhalten am Ende ihres DFÖJ von uns

  • Qualifizierende, ggf. zweisprachige Zeugnisse bzw. Empfehlungsschreiben
  • Anerkennungsschreiben für Vorpraktika bei entsprechenden Studiengängen
  • Hilfe für einen reibungslosen Übergang in Studium oder Berufsausbildung, ggf. mit bilingualer Ausrichtung
  • Möglichkeiten zur ehrenamtlichen oder pädagogischen Mitarbeit im DFÖJ/VEFA-Ehemaligen-Verein oder in anderen Bereichen deutsch-französischer Partnerschaften

 

Wie messen wir die Entwicklung des DFÖJ?

Die Freiwilligen und ihre Einsatzstellen führen in den Monaten November, März und Juli gemeinsame Evaluationen des DFÖJ durch (Evaluationsbögen und Teamgespräche).

Bei Abschlussseminaren wird ein Resümeebogen des DFÖJ ausgefüllt und besprochen.

Die Seminarwochen enthalten verschiedene gruppenbezogene Evaluationsmodule.

Während aller Seminare finden Kleingruppen- und persönliche Einzelgespräche statt.

Die pädagogischen Mitarbeiter/innen besuchen turnusgemäß die Einsatzstellen vor Ort.

Bei unseren Fortbildungen für unsere Einsatzstellenleiter/innen werden aktuelle Anliegen der Freiwilligen vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse der Fortbildungen werden schriftlich dokumentiert.

Unsere Organisation nimmt Evaluationen externer Institutionen (Sozialforschungsinstitute, Universitäten, Trägerverbünde im IJFD, quifd) teil. Seit dem 15.07.2016 sind wir quifd-zertifiziert.

Wir bilden unsere Mitarbeiter/innen regelmäßig fort, um das Programm DFÖJ entsprechend der gesellschaftlichen, soziologischen und ökologischen Entwicklungen zu optimieren.

 

Das DFÖJ verzeichnet seit 2006 eine positive Entwicklung in vielerlei Hinsicht. Mittlerweile existieren 36 deutsch-französische ökologische Tandems für insgesamt 72 Freiwillige beider Staaten.