Sprecher/innen

Das FÖJ-Sprecher/innen-System in Rheinland-Pfalz

Ökologische Bildung, die darauf ausgerichtet ist, junge Menschen zur Mit-Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft zu befähigen, ist immer auch politische Bildung! Es war daher nur folgerichtig, dass (zuerst in Schleswig-Holstein und später in ganz Deutschland) ein FÖJ-Sprecher/innen-System eingeführt wurde. Junge Menschen können sich dabei in einem konsequent demokratischen System ausprobieren.

 

Während die partizipativen Methoden es den einzelne Teilnehmenden ermöglichen, ihren konkreten Arbeitsbereich an der Einsatzstelle zu gestalten und bei FÖJ-Seminaren aktiv mitzuwirken, sind die Teilnehmenden durch das Landessprechergremium auch auf den „höheren Ebenen der FÖJ-Organisation“ an der Gestaltung des Bildungsjahres beteiligt. Das Sprecher/innenwesen geht aber auch über eine Beteiligung hinaus, denn gewählten Vertreter/innen der Freiwilligen stehen eigenverantwortlich vor der Herausforderung sich selbst als Gremium zu organisieren, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Projekte durchzuführen.

 

In Rheinland-Pfalz sind die Aufgaben der Sprecher/innen:

  • Interessen der Teilnehmenden gegenüber der Seminarleitung, den Einsatzstellen, den Trägern, dem zuständigen Landes- und Bundesministerium und allgemein der Politik vertreten. Hierzu werden die Sprecher/innen in die entsprechenden Besprechungen und Konferenzen eingeladen.
  • Moderation von Entscheidungsprozessen in der Seminargruppe.
  • Moderation von Ideen-Sammlungen für Projekte und Aktionen in der Gruppe.
  • Beteiligung bei Kriseninterventionen in der Gruppe bei Bedarf unter fachlicher Anleitung der pädagogischen Kräfte.
  • Aufbau von Kommunikationsnetzwerken zur Verbindung der FÖJ’ler/innen untereinander und zum Austausch von Informationen auf der Ebene der Gruppe, des Landes und des Bundes.
  • Öffentlichkeitsarbeit im Namen der Sprecher/innen.
  • Durchführung von Aktionen zu ökologischen Themen und neuerdings auch Koordination von Einsatzstellen-übergreifenden ökologischen Projekten.

Lange Jahre hatten die Sprecher/innen Rheinland-Pfalz einen Landesaktionstag organisiert. Auf einem Marktplatz einer Stadt des Landes wurden mit viel Vorbereitungsaufwand Stände aufgebaut und Aktionen durchgeführt. Dabei machten die FÖJ’ler/innen auf ökologische Themen aufmerksam und bewarben das FÖJ. Auch wenn es für die über 100 Teilnehmer/innen des Landes meist viel Spaß bedeutet hat, so war die Resonanz in der Bevölkerung meist nur gering und die gewünschten Ziele wurden zur Enttäuschung aller Beteiligten nicht erreicht. Daher wurde seit dem Programmjahr 2007/2008 auf die Durchführung eines Landesaktionstages zugunsten von zahlreichen kleinen und überschaubaren Projekten verzichtet.

 

Die bisher von den Trägern angebotenen „Einsatzstellen-übergreifenden Projekte“ wurden hierzu in die Verantwortung der Sprecher/innen gegeben. Das Konzept sieht auch die eigenverantwortliche Verwaltung eines festgesetzten Projekt-Etats vor. Die Projekte werden unter Einbindung der Einsatzstellen- und Trägerkompetenzen durchgeführt. An so mancher Einsatzstelle haben sich seit dem eine Vielzahl von FÖJ’ler/innen ein „kleines Denkmal“ gesetzt, auf das sie stolz sein können. Alle Beteiligten haben letztlich davon profitiert, nicht zuletzt unsere Umwelt.

Der Vertrauensvorschuss den Sprecher/innen gegenüber wurde in keinster Weise enttäuscht.

 

Was in jenem Jahr organisiert wurde, berichtet hier die Gruppensprecherin und Landesdelegierte Michelle Monden.