Freiwilligenberichte: Einsatzstellen-Präsentationen

Grange aux Belles - von Gesche (DFÖJ 2025/26)

Das Centre d’Animation La Grange aux Belles liegt direkt am Canal Saint-Martin im 10. Arrondissement von Paris. Das Centre ist Teil des CRL10, eines Verbunds aus vier Animationszentren im 10. Arrondissement.

Morgens helfe ich Gunnel im Pflanzenkrankenhaus. Im Hinterhof des Centre Jemmapes hat sie einen Garten mit Pflanzen aufgebaut, die schon für tot erklärt worden waren. Das heißt: Pflanzen stutzen, Pflanzen abholen (siehe Foto), Schädlinge bekämpfen, Vögel füttern und umtopfen, damit alle Pflanzen aufgepäppelt werden können und nicht im Müll landen.

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Das Team des CRL10 ist ziemlich groß und die Arbeit der Öko-Freiwilligen sehr selbstständig. Du kannst dir selbst aussuchen, in welcher Form du dich engagieren möchtest: Upcycling-Workshops, Kleidertauschpartys, vegane Küche, Diskussionsabende, handwerkliche Projekte oder einen Blog für den Garten starten … Alles ist möglich, aber die Initiative muss man selbst ergreifen.

In den Ferien organisiere ich als Öko-Freiwillige immer einen saisonalen veganen Kochworkshop für Kinder. Das macht mir sehr viel Spaß. Ich finde es toll, dass ich meinen Tagesablauf selbst mitgestalten kann und so viele wohlwollende Menschen im CRL10 arbeiten.

Die Wohnung, die zur Einsatzstelle gehört, liegt im 20. Arrondissement, ganz in der Nähe des Parc des Buttes-Chaumont – zweifelsfrei der schönste Park in Paris.

Ecolieu Ô Saveur de l'instant - von Insa und Sophie (DFÖJ 2024/25)

Ich habe zu fegen gelernt - J‘ai appris à balayer

Mein DFÖJ ist jetzt schon vorbei und mein Aufenthalt in Frankreich endet auch bald. In diesem Bericht möchte ich einige Gedanken von meinem Freiwilligendienst bezüglich der Landwirtschaft, Ernährung, unserer Gesellschaft, meinen Herausforderungen und meiner Zukunft teilen...

Mon VEFA s‘est déjà terminé et mon séjour en France se terminera aussi bientôt. Dans ce rapport je veux partager quelques pensées de mon volontariat concernant l‘agriculture, l‘alimentation, notre société, mes défis et mon avenir...

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Im September bin ich hier auf der Ferme de Chassagne angekommen. Ich habe unter anderem gelernt, Brot zu machen, die Mühle zu bedienen, meinen eigenen Gemüsegarten zu pflegen, sich um die Bienen zu kümmern und zu kochen. Das alles sind manuelle Aktivitäten, selten mental fordernd (im Gegenteil zur Schule), stellen aber die Basis dar.

Das Leben als (bio) Landwirt*in ist schon schwierig: Die Konkurrenz zur konventionellen Landwirtschaft, das Wetter, der Mangel an Wasser und die Stunden um Stunden, die sie auf den Feldern oder im Büro verbringen. Die Einbindung ist enorm und ich bewundere all jene, die einen Hof betreiben, große Kulturen anbauen, sich um Tiere kümmern, Gemüsebauern/bäuerinnen sind etc. Das alles sind Berufe, die leider keineswegs genug anerkannt sind. Ich finde es zudem sehr bewundernswert, dass Céline und François (neben ihrer Tätigkeit auf dem Hof) auf der Ferme einen Ort der Gemeinschaft und des Kennenlernens geschaffen haben.

Ihre Verbindung zur Arbeit ist sehr ausgeprägt, was mich dazu inspiriert, eine „Arbeit“ zu finden, für die ich gerne arbeite, in der ich sehe, was ich mache und die anderen hilft.

Die noch höhere Ebene der globalen Ökologie und der Gesellschaft war häufig beim Essen und mit François im Traktor auf den Feldern Thema. Eine Diversität der Kulturen für ausgeglichenere Ernten, Hecken für eine Biodiversität auf den Feldern, ein Gemüsegarten für eine gewisse Autonomie, alte (Getreide-)Sorten verwenden, die besser an die Bodenverhältnisse angepasst sind, sich zusammenschließen, um zusammen wertzuschöpfen – unabhängig von großen Unternehmen, mit Motivation und Energie arbeiten und nicht um danach in der Freizeit zu konsumieren… – nur einige Ideen unserer Konversationen.

Das Problem ist, dass nur wenige Menschen dazu bereit sind, mehr Geld für biologische und nachhaltigere Produkte auszugeben. Essen ist manchmal eher zu einer Notwendigkeit geworden, anstatt der Freude, mit Qualität zu essen. Natürlich braucht es die Mittel, mehr für solche Nahrungsmittel zu bezahlen, aber wenn möglich, wäre es gut, die Ausgaben eher dorthin zu orientieren.

Bis Juni war ich wegen meiner Knie noch eingeschränkt. So lange nicht auf seinen Körper zählen zu können, war eine neue Situation für mich und es lohnt sich, gut mit seinem Körper umzugehen – man hat ja nur einen! Am Anfang war es nicht leicht, sich exakt auf Französisch auszudrücken. Mit der Zeit wurde ich aber selbstsicherer und jetzt rede ich sehr gerne Französisch. Diese Sprache wird mir in Deutschland fehlen. Was ich sehr wertschätze, ich ist die Einfachheit, mit der andere Menschen (mehr oder weniger bekannt) in Frankreich zum „Apéro“ oder für einen netten Abend eingeladen werden. Für mich war das Leben auf dem Land und auf einem Hof komplett neu. So nah zur Natur und den biologischen Produkten zu sein, nach den Jahreszeiten zu leben, immer mehr über die biologische Landwirtschaft und die Abläufe in einem kleinen Unternehmen zu lernen – das alles wird mir fehlen. Zeitgleich freue ich mich auf meine Freund*innen in Deutschland, meine Familie und das Studium (es gibt noch so unheimlich viel zu lernen)!

Einige Werte und Ideen, die ich für mich gefunden habe: weniger Materialismus; direkten Kontakt zu Personen zu suchen, anstelle von Chatten; erhöhte Wertschätzung für Handwerk, die Schönheit der Natur, Musik, zwischenmenschliche Beziehungen; nicht immer nach der Gleichheit suchen; „In der Schwierigkeit konstruiert man sich.“ (François); die Dinge voller Elan bis ganz zum Schluss machen

Bis Mitte Juli ist es mir nicht leicht gefallen, mich wirklich auf dem Hof zu engagieren. Zum Glück – nach intensiven Diskussionen mit Céline und François – ist es mir leichter gefallen, mich mit dem Hof zu identifizieren, die Aktivitäten mit Spaß auszuführen, die Umwelt, die Aufgaben und die Natur mehr wertzuschätzen und mich mehr für die Gemeinschaft einzubringen, als zu sehr auf mich zu achten. Im Nachhinein haben wir darüber gesprochen und anscheinend ist mein Verhalten zu Beginn charakteristisch für meine Generation:

            nicht das Fehlen von Lebensmitteln, Unterhaltung etc. kennend und immer mehr wollend

            Fehlen einer Einstellung, zu geben ohne Gegenleistung zu erwarten (Selbstlosigkeit)

            man sucht eine Arbeit mit Sinn, ohne die damit einhergehenden Unannehmlichkeiten zu wollen

Ich bin nun dazu bereit, mich in ein schwieriges Studium zu stürzen, um viel zu lernen und dann die Welt auf einer größeren oder kleineren Weise zu verbessern. Ich bin motiviert, viel zu arbeiten um mein Glück in der Arbeit zu finden und nicht nur in der Freizeit.

Einmal am Küchentisch ging es um die Fähigkeiten einer neuen Person, verantwortlich für die Produktion der Kooperative. François hat dabei gesagt, dass die Person zu fegen wissen müsse, obwohl sie eher im Büro arbeiten wird. Ich finde dieses Bild sehr schön, auch die einfachen Aufgaben erledigen zu können, und ich würde von mir selber sagen (als Stadtmensch also Konsument davor), dass ich gelernt habe bzw. angefangen habe zu lernen, wie man „fegt“ – auf einer Ebene der Produzenten aber auch auf mentalem Niveau.

Ich bin so dankbar, dass ich mein DFÖJ genau so, wie es gelaufen ist, vollbringen konnte. All die ganzen besonderen Menschen in Frankreich und Deutschland, die schönen Treffen, die interessanten Diskussionen, die langen Abende, den Spaß und die Musik, die wir geteilt haben, das Tanzen… einfach unglaublich!

Dankeschön an euch alle! – Vor allem an Céline und François, die mich aufgenommen, erlitten, weitergebracht und inspiriert haben

Ein Öko-Freiwilliger voller Dankbarkeit

 

Der deutsche Text ist wesentlich unflüssiger, satzbautechnisch etwas holprig und in Teilen auch ungenauer, da übersetzt. Denen, die können, empfehle ich eher die französische Variante.


En septembre je suis arrivé ici, à la Ferme de Chassagne. J‘ai appris entre autres à faire du pain, gérer le moulin, entretenir mon propre potager, s‘occuper des abeilles et cuisiner. Des activités manuels, rarement mentales (contrairement à l‘école) mais qui représentent les bases.

La vie en tant que paysan.ne (biologique) est assez difficile: La concurrence face à l‘agriculture conventionnelle, la météo, la manque d‘eau et les heures et les heures qu‘ils sont aux champs ou dans le bureau. L‘implication est énorme et j‘admire tous ceux qui ont des fermes, exploitent des terres, s‘occupent des animaux, les maraîchers etc. Ce sont des métiers qui sont malheureusement n‘est pas assez respectés du tout. Ce que je trouve encore plus admirable c‘est le fait que Céline et François ont réussi à  créer un lieu de rencontre et de convivialité à Chassagne, à part de leurs activités à la ferme.

Leur relation avec le travail est très proche ce qui m‘inspire à vouloir trouver un „travail“ dans lequel je m‘implique avec plaisir, dans lequel je vois ce que je fais et qui sert aux autres.

De l‘échelle encore plus large vers l‘écologie et toute la société nous avons souvent parlé à table et aussi pendant la conduite du tracteur aux champs avec François. Une diversification des cultures pour des récoltes plus équilibrées, les haies pour une biodiversité aux champs, un potager pour une certaine autonomie, favoriser des anciennes variétés plus adaptées aux sols, se regrouper pour valoriser ensemble sur place – indépendamment des grandes entreprises, travailler avec motivation et énergie et ne pas pour consommer et le loisir après le travail… – juste des idées de nos discussions

Le problème c’est que assez peu de gens sont ouverts à payer plus cher pour des produits biologiques et durable. Manger est parfois plutôt une nécessité au lieu d’être un plaisir de manger de qualité. Bien sur, il faut avoir les moyens de payer plus cher pour la nourriture, mais si possible ça serait bien de rééquilibrer ses dépenses.

Jusqu‘à juin j‘étais assez limité à cause de mes genoux. Pouvoir pas compter sur son corps pendant si longtemps était une situation assez neuve pour moi et ça vaut le coup de bien s‘occuper de son corps – parce qu‘on en n‘a qu‘un seul! S‘exprimer précisément n‘était pas facile au début, mais au fur et à mesure je me sentais plus à l‘aise avec la langue et maintenant j‘aime beaucoup parler le français. La langue va me manquer beaucoup en Allemagne. Ce que j‘ai beaucoup apprécié, c‘était la simplicité avec laquelle on invite en France des gens (plus ou moins connus) pour un apéro ou une soirée. Pour moi, la vie à la campagne et à la Ferme étaient complètement neuves. Vivre tellement proche auprès de la nature, les produits bios, vivre d‘après les saisons, apprendre toujours plus sur l‘agriculture et l‘entreprise – tout cela va me manquer! En même temps je me réjouis à mes ami.es en Allemagne, ma Famille et les études (il y a encore tant de choses à apprendre)!

Quelques valeurs et idées que j‘ai trouvés pour moi: moins de matérialisme; chercher le contact avec les personnes – pas trop par chat; apprécier plus des œuvres artisanales, la beauté de la nature, la musique et relations humaines; ne pas toujours chercher l‘uniformité; «C’est dans la difficulté qu’on se construit.» (François); faire les choses jusqu’au bout à fond

Jusqu’à mi-juillet j’ai eu vraiment du mal à m’impliquer entièrement à la Ferme. Heureusement – après des discussions intenses avec Céline et François – j’ai mieux réussi à m’identifier avec la Ferme, de faire des activités avec plaisir, apprécier l’environnement , les tâches, la nature et m’engager pour le collectif plus au lieu d’être trop concentré sur moi même. En retroperspective, nous en avons parlé et apparemment mon état d’esprit est caractéristique pour ma génération:

            connaissant pas le manque (alimentation, communication) on veut toujours plus

            manque d’une attitude de donner sans attendre un retour (abnégation)

            on cherche un travaille avec du sens sans les circonstances qui viennent avec

Je suis maintenant prêt à me lancer dans des études dures, pour apprendre pour ensuite améliorer le monde sur une échelle plus ou moins grande. Je suis motivé de travailler beaucoup pour trouver mon bonheur dans le travail et ne pas seulement dans le loisir.

En parlant des capacités d‘un nouveau responsable de la production pour le groupement, François disait une fois, que la personne devrait savoir balayer malgré qu‘elle travaillera plutôt dans le bureau et la logistique. J‘aime beaucoup cette image de savoir faire les choses simples et je dirais de moi même – ayant habité avant en ville en tant que consommateur – que j‘ai appris ou bien commencé à apprendre comment „balayer“ à l‘échelle des producteurs mais aussi de mon état d’esprit.

J‘ai tellement de gratitude que je pouvais passer le VEFA exactement comme il s‘est passé. Toutes ces personnes formidables en France et en Allemagne, des belles rencontres, des discussion intéressantes, des longues soirées, le plaisir, la joie et la musique que nous avons partagé, la danse… c‘est incroyable!

Merci à vous tous et toutes! – surtout à Céline et François qui m’ont accueilli, subi, avancer et inspiré

Un écovolontaire plein de grattitude

Videoberichte von Freiwilligen

Christina (im Rahmen der Initiative Freiwilliges Internationales Jahr)

Ricarda

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