Die deutsch-französischen Seminare im DFÖJ

Im Laufe des Jahres nimmst du an vier ökologisch-interkulturellen Seminaren teil, an denen pro Seminargruppe ca. 15 deutsche und 15 französische Freiwillige mitwirken. Insgesamt gibt es 25 Seminartage zzgl. Reisezeit. Zwei Seminarwochen finden in Deutschland und zwei in Frankreich statt. Du wirst das ganze Jahr in derselben Seminargruppe sein.

Gemeinsam mit dem Seminarteam, das aus zwei deutschen und zwei französischen Betreuer*innen besteht, befasst ihr euch mit interkulturellen und ökologischen Themen (zum Teil auch bei praktischen Arbeiten im Gelände oder in Workshops), berichtet über eure Erfahrungen in den Einsatzstellen und arbeitet an eurer Sprachkompetenz.

Die Seminare leben vor allem von den Freiwilligen selbst, die sie inhaltlich zum Teil mitgestalten. Kreative Vorschläge und Impulse sind daher immer herzlich willkommen und werden gemeinsam mit den Betreuer*innen zu einem umfangreichen und interessanten Seminarprogramm ausgearbeitet.

Unser Einführungsseminar findet Anfang September statt. Du reist dort ganz zu Beginn deines DFÖJ hin, bevor du zur Einsatzstelle weiterfährst.

Hier triffst du zum ersten Mal alle anderen Freiwilligen deiner Gruppe und bereitest dich mit ihnen aktiv auf dein Jahr im Nachbarland vor. Das Seminarprogramm ist sehr vielfältig, behandelt aber vor allem deinen Einstieg in den Freiwilligendienst. Unser Seminarteam lässt sich dazu kreative Methoden einfallen.

Als kulinarischer Einstieg bringt jede*r eine Spezialität aus der eigenen Region mit. Gekocht wird zusammen mit einem Küchenteam, das meist aus ehemaligen Freiwilligen besteht.

Zum Teil werden schon Ideen für die kommenden Seminare geschmiedet, Kommunikationsmöglichkeiten besprochen, Administratives geklärt (z.B. Versicherungen, Bescheinigungen, Anmeldungen), damit ihr gut durch das Jahr kommt :)

Freiwilligenbericht: Einführungsseminar

Die Einführungsseminare sind natürlich spannend, weil keine*r genau weiß, was auf sie*ihn zukommt. Aber man wird sofort aufgefangen, sieht Parallelen zu anderen Freiwilligen, kann sich gemeinsam vorbereiten auf die ersten ungewissen Tage in der Einsatzstelle. So fühlt man sich sicherer - die Aufregung verschwindet, man lernt Leute kennen (andere Freiwillige und Betreuer*innen), bei denen man weiß, dass man sich im Laufe des Jahres auf sie verlassen kann. Das Schöne ist, dass alle in der gleichen Situation sind!

Man ist viel draußen, kreativ (mit z.B. Herstellung von Mappen, Seife) und erledigt Organisatorisches, damit im Laufe des Jahres nichts schiefgehen kann ;) Auch Ökologie ist Thema, zudem kommt man bereits ein bisschen in die andere Sprache rein und hat interkulturelle Einheiten, die einen einstimmen in den kleinen Kulturschock ;)

Häufig lernt man auch ein paar ehemalige Freiwillige kennen, die einem hilfreiche Tipps geben können. Und die Vorfreude wächst!

Wenn das zweite Seminar Ende November/Anfang Dezember startet, hast du fast drei Monate in deiner Einsatzstelle verbracht, da wird’s natürlich Zeit für ein erstes „Feedback“. Sowohl in Kleingruppen als auch in Einzelgesprächen mit den pädagogischen Betreuer*innen erfolgt ein gegenseitiger Austausch. Was klappt alles gut? Wo kann’s noch besser laufen? Wie kann ich das erreichen?

Des Weiteren sind auch thematische Workshops und eigene Projekte ein Thema. Wenn das Wetter mitspielt, geht’s auch raus ins Freie, sei es für praktische Arbeiten beim Seminarhaus oder für eine Natur-Exkursion.

Freiwilligenbericht: Winterseminar

Die Seminare finden immer in ökologisch engagierten Seminarhäusern, häufig auch Einsatzstellen, in natürlicher Umgebung statt. Das ist z. B. das Seminarhaus Jonathan an der Mosel, welches komplett mit ökologischer Bauweise erschaffen wurde und über ein selbst entwickeltes, komplexes energiesparendes Heizsystem verfügt, oder das Maison Oberlin bei Orbey in den Vogesen, der klassische Winterseminarort. Das Maison Oberlin ist energietechnisch autark und möglichst strahlungsfrei. Das bedeutet hier z.B. 60 Liter Wasserverbrauch pro Person und Tag, kein Handyempfang und Heizen mit Holz.

Im Winterseminar 2017 ging es z.B. um die „plakative Präsentation“ der Einsatzstellen, Reflexion der ersten Monate des DFÖJ, deutsch-französischen Sprachtandems und viele von den Freiwilligen selbstorganisierte Workshops. Es wurde eifrig Armbänder geknüpft, Bücher gebunden, gestrickt und zu Hausmusik getanzt :) Ganz im Schnee versunken sind hier Schlittenfahrten und Schneeballschlachten die Pausenfüller. Und die Schneewanderung kann zu einer wetterbedingt abenteuerlichen Herausforderung werden ;)

Das Seminar klingt dann meist mit selbstgebackenen Plätzchen, Feuerzangenbowle und natürlich guter Laune aus...

Zum dritten Seminar trefft ihr euch nach einem guten halben Jahr DFÖJ Ende März oder Anfang April in der Seminargruppe wieder.

Folgende Themen werden euch dann unter anderem beschäftigen: Wie war die Winterzeit? Was ist seit dem letzten Treffen alles passiert? Was kann ich alles noch machen bis August? Es gibt auch Unterstützung bei den Fragen: Was mache ich nach dem DFÖJ? Welche Möglichkeiten habe ich?...

Wie bei den vorhergehenden Seminaren werden diese Themen durch interkulturelle, sprachliche und ökologisch-thematische Einheiten ergänzt.

Freiwilligenbericht: Moselexkursion

Eine der Exkursionen in die wunderschönen Umgebungen der DFÖJ-Seminarorte findet häufiger in der Nähe von Cochem an der Mosel statt.

Yeah, richtig raus in die Natur, um sich nicht nur theoretisch damit zu beschäftigen und um die Umgebung zusammen zu erkunden! Die von einer Freiwilligen im Voraus vorbereitete  „Moselexkursion am Apolloweg“ war eine kleine Wanderung durch Eichen-Niederwälder, an Steilhängen vorbei und ab und zu mit herrlichem Ausblick über die Flussschleifen der Mosel.

In deutsch-französisch gemischten Kleingruppen wurde beobachtet, gezeichnet und gerätselt. Es ging dabei zum Beispiel um Themen wie die lokale Waldform, den hier typischen Steillagen-Weinbau, die wilden Brachflächen oder den ökologischen Wert der Weinbergsterrassen mit ihren Trockenmauern.

Und dabei findet sich immer auch noch Zeit für Gespräche, mal auf deutsch, mal auf französisch über Sorgen, Ideen und die Welt, um sich noch besser kennenzulernen ;).

Ein letztes Mal triffst du dich mit den anderen DFÖJ-Freiwilligen im Juli zum Abschlussseminar. Gemeinsam lasst ihr das Jahr Revue passieren und bringt eure gemeinsamen Projekte und Seminarbeiträge zu Ende. In kleinen Gruppen diskutiert ihr über eure Erfahrungen während des DFÖJ, eure persönliche Entwicklung und das "Après-Volontariat".

Das letzte Seminar bietet einen angenehmen Rahmen, um das DFÖJ langsam abschließen zu können und mit den anderen Freiwilligen nochmals zu reflektieren. Eine Abschlussexkursion zu Naturschönheiten soll den Abschied etwas leichter machen...

Freiwilligenbericht Abschlussseminar

Beim Abschlussseminar unseres DFÖJ… kamen nicht nur die Freiwilligen und ihre Betreuer*innen, sondern auch viele Erinnerungen und Emotionen zusammen. Viele verschiedene Menschen haben an vielen verschiedenen Orten viele verschiedene Dinge erlebt, sodass das Jahr vor Fülle fast platzt.

Und so gibt es an dieser Stelle rückblickend einige Worte zum Abschied:
Wir haben französisch und deutsch gelernt.
Wir haben in Büros, auf Feldern, in Ställen, in Küchen, in Geschäften und in Museen gearbeitet.
Wir waren traurig nach Misserfolgen
und feierten unsere Erfolge.
Wir haben neue Arten zu leben, zu essen und zu denken ausprobiert.
Wir haben hingeschaut, gefühlt, geschmeckt, hingehört.
Wir haben ein Land, seine Kultur und seine Leute entdeckt.
Wir sind gereist – physisch und im Geist.
Wir haben Fragen gestellt und Antworten gesucht.
Wir waren enttäuscht, wir waren erstaunt.
Wir haben Geschichten erzählt, Gedanken geteilt,
Ideale ausgetauscht und diskutiert.
Wir haben getanzt, Musik gemacht und gesungen.
Wir haben außergewöhnliche Menschen getroffen, Kämpfer,
Inspiratoren, Lehrer, Künstler und Freunde.
 

„Die Erde gehört nicht uns, sondern wir gehören zur Erde.“

Au dernier séminaire de l‘annéé ... se sont réunis les volontaires, leurs accompagnateurs, mais aussi pas mal des souvenirs et d‘émotions. Beaucoup de personnes différentes ont vécu beaucoup de choses différentes dans beaucoup d‘endroits différents, de sorte que l‘année est vraiment plein de pensées...

Voilà donc quelques mots pour la fin:

Nous avons appris le français et l‘allemand.
Nous avons travaillé dans des bureaux, des champs, des étables, des cuisines, des boutiques, des musées.
Nous étions tristes après des échecs
et nous avons fêté les „victoires“.
Nous avons essayé des nouveaux manières de vivre, de manger, de penser.
Nous avons regardé, senti, goûté, écouté.
Nous avons découvert un pays avec sa culture et ses gens.
Nous avons voyagé – physiquement et dans l‘esprit.
Nous avons posé des questions et cherché de réponses.
Nous étions décus, nous étions étonnés.
Nous avons raconté des histoires, partagé des pensées,
échangé des idéaux et discuté.
Nous avons dansé, fait de la musique et chanté.
Nous avons rencontré des personnes extraordinaires, des combattants, des personnes inspirantes, des enseignants, des artistes, des amis.

„C‘est pas la terre qui est à nous, mais c‘est nous qui sommes à la terre.“